Neulateinische Großepik im Habsburgerreich

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Neulateinische Großepik im Habsburgerreich

Appel à contributions
Date limite : 30 septembre 2011

 

Vom 23. bis 25. Februar 2012 wird an der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien ein vom „Ludwig Boltzmann Institut für Neulateinische Studien“ organisierter Kongress zum Thema „Neulateinische Großepik im Habsburgerreich“ veranstaltet.
Die großen Schlagworte des Tagungstitels verlangen zunächst nach Eingrenzung und Definition: Unter „Großepik“ sollen lateinische Texte in Hexametern (in Aus-nahmefällen auch in elegischen Distichen) verstanden werden, die in mindestens zwei Bücher oder Gesänge geteilt sind; dies dient zur Abgrenzung vom Kleinepos oder Epyllion. Außerdem soll es nicht um Texte gehen, die in erster Linie belehren-den Zwecken dienen, womit das Thema von der didaktischen Poesie abgegrenzt werden soll. Zeitlich soll es um Werke ab dem späten 15. Jh. gehen, während thematisch abgesehen vom geforderten Habsburgbezug keine Einschränkung gemacht wird: Es sollen also sowohl historische als auch mythologische, christliche und hagiographische Epen zur Sprache kommen. Gedacht ist u.a. an Beiträge zu Riccardo Bar-tolinis Austrias, zu Joachim Müsingers Austrias, zu Christian Schesaeus‘ Ruinae Pannonicae, zu Franz Dolfins Metamorphoses Austriae, zu Alois Mickls Plus ultra oder zu Ubertino Puscolos Simonis, um nur wenige Beispiele zu nennen.
Diese Texte stehen oft in einem engen Bezug zum römischen Nationalepos schlecht-hin, zu Vergils Aeneis, die im augusteischen Rom u.a. die Funktion einer Selbstvergewisserung erfüllte. Auch die auf Vergil fußende neulateinische Epik, die besonders im 15. Jh. in den italienischen Städten florierte (man denke an Basinio Basinis Hesperis oder an Francesco Filenfos Sphortias), diente der Selbstbestimmung und der Konstruktion eigener Identität dieser Stadtstaaten. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn auch zahlreiche Epen aus dem Habsburgerreich einen Beitrag zur politischen Identitätsbildung leisten wollen, zu einer Aufgabe, die gerade im Vielvölkerstaat der Habsburger nicht leicht zu bewältigen war. Auf der Analyse identitätsstiftender Züge in den verschiedenen Epen soll ein Schwerpunkt des Kongresses liegen.
Als bleibendes Resultat der Tagung soll kein Sammelband erscheinen, in dem die überarbeiteten Vorträge publiziert werden. Vielmehr ist an einen Band gedacht, dessen Artikel einheitlich vorstrukturiert sind: Zu jedem behandelten Epos soll es beispielsweise eine detaillierte Inhaltsangabe, Angaben zur Biobibliographie des Autors, zum Einsatz epischer Techniken (z.B. Gleichnisse oder Reden), zur Helden-charakteristik und zur identitären Ausrichtung (s.o.) geben. Idealerweise entsteht so ein mit Ludwig Brauns Ancilla Calliopeae (Leiden / Boston 2007) vergleichbares Überblickswerk zum neulateinischen Epos im Habsburgerreich. Daneben sollen freilich auch spezifische Beobachtungen Platz finden, Ausführungen zu Besonderheiten des jeweiligen Epos, die ihrerseits im Zentrum des Vortrages im Rahmen der Tagung in Wien stehen sollen.

 

Willkommen sind Beiträge in deutscher, englischer, französischer, lateinischer, spanischer und italienischer Sprache. Vorschläge (im Umfang von 150 Worten) sind bis 30. September 2011 erbeten an:
Ludwig Boltzmann-Institut für Neulateinische Studien
Dr. Florian Schaffenrath
Langer Weg 11
A-6020 Innsbruck
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Source : Site de la Mommsen Gelsellschaft

 

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