Latein am Rhein (1400-1800)

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Latein am Rhein (1400-1800)

Zur Kulturtopographie und Literaturgeographie eines europäischen Stromes

Appel à contributions
Date limite : 30 juin 2012

 

Einladung zur Teilnahme am 5. Arbeitsgespräch der Deutschen Neulateinischen Gesellschaft (DNG) / Zürich, 21.-23. Februar 2013

1576 wird in Zürich in der Offizin Christoph Froschauers das von Rudolf Gwalther verfasste Gedicht Argo Tigurina gedruckt, eine elegia de navi, qua delecti cives Tigurini unius diei spatio ex Tiguro Argentinam vecti sunt, raro admodum tam expeditae et felicis navigationis exemplo.
Gwalther beschreibt in seinem hodoeporicon die aktuelle Wiederholung der berühmten Hirsebreifahrt von Zürich nach Strassburg, die bereits schon einmal 1456 stattgefunden hatte. Er akzentuiert damit aber auch die Nähe Zürichs zum Rhein als kulturellem und politischen Raum und die Verbundenheit mit der „Rheinstadt“ Strassburg. Die Stadt Zürich wiederholt bis auf den heutigen Tag unter grosser medialer Aufmerksamkeit diese Fahrt und betont damit ihre Zugehörigkeit zum historischen Kulturraum Rhein.
Grundsätzlich trennt der Rhein die Schweiz vom Norden ab, stellt aber zugleich die zentrale Verbindungslinie zu diesem Bereich her, ja vernüpft die Schweiz nicht nur mit Deutschland, sondern auch mit den Niederlanden.
Der Rhein und seine angrenzenden Städte und Landschaften besassen über die Strecke Zürich-Strassburg hinaus als europäische Zentralregion bereits im Mittelalter und in der frühen Neuzeit grösste Bedeutung. Sie blühte auch als Landschaft einer über lange Jahrhunderte lateinischen Literatur und steht gleichsam als Exemplum für die lateinischen Wurzeln Europas. Für den deutschen Humanismus des 15. und 16. Jahrhunderts wirkt der Rhein als Kommunikations-Achse enormer Dynamik, die die Schweiz und den Niederrhein als Literaturlandschaft, Wirtschaftsraum und Schul- bzw. Universitätsregion eng verband. Gelehrte Gesellschaften pflegten im 16. Jh. engen Austausch den Rhein entlang.

 


Die Deutsche Neulateinische Gesellschaft wird daher der Lateinischen Kultur am und in Bezug zum Rhein ihr 5. Arbeitsgespräch vom 21.2.bis 23. 2. 2013 in Zürich widmen, zu der die Inhaberin bzw. der Inhaber der beiden latinistischen Lehrstühle, Prof. Dr. Carmen Cardelle de Hartmann und Prof. Dr. Ulrich Eigler herzlich einladen und alle Interessierten ermuntern möchten, sich mit einem 30 Minuten nicht überschreitenden Vortrag zu beteiligen, der sich im Rahmen der folgenden Themenstellung bewegt: „Latein am Rhein“ (1400-1800). Zur Kulturtopographie und Literaturgeographie eines europäischen Stromes.
Das Thema soll anregen, ein Panorama von lateinisch schreibenden Autoren zu entwickeln, ihren Werken und ihrem Publikum, soweit sie in den Städten und Regionen am Rhein in Erscheinung traten.
Es sollten aber auch die Fragen diskutiert werden, ob eine derart akzentuierte Behandlung des Rheins als Orientierung zur Charakterisierung einer Kultur, in deren
Mittelpunkt lange das Latein als lingua franca in Literatur und Wissenschaft steht, legitim sind. Auch soll die Frage gestellt werden, wie weit die Orientierung einzelner Regionen und Zentren am Rhein für das jeweilige Selbstbild wirksam war. Ergeben sich dabei eventuell Unterschiede zwischen Oberrhein und Niederrhein? Grosses Augenmerk wird auf die historische Dynamik zu richten sein, weswegen bis zum 30. Juni 2012 der zeitlich Rahmen bewusst weit gefasst wurde. Themenvorschläge mit einem kurzen Exposé (ca. 100-150 Wörter) werden an folgende Mail-Adresse mit der Betreffzeile „Latein am Rhein“ erbeten:
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Source : Association Suisse pour l'Etude de l'Antiquité

 

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