K. Harter-Uibopuu, F. Mitthof, Vergeben und Vergessen? Amnestie in der Antike

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Kaja Harter-Uibopuu, Fritz Mitthof (éd.), Vergeben und Vergessen? Amnestie in der Antike, Vienne, 2013.

Éditeur : Verlag Holzhausen
Collection : Band 1 der Reihe Wiener Kolloquien zur Antiken Rechtsgeschichte
430 pages
ISBN : 978-3-902868-85-5
85€

Ob nun jeweils sicherheits-, innen- oder finanzpolitische Motive zu Grunde liegen, stets stehen Straffreiheit und Straferlass im Spannungsfeld von zwingender Verantwortung des Einzelnen als Grundlage unseres Rechtssystems und der Forderung nach ausgleichender Gerechtigkeit und sozialem Frieden. Das Rechtsinstitut der Amnestie steht nicht nur begrifflich, sondern auch sachlich in antiker Tradition, vergleichbare Maßnahmen sind aus allen Epochen des Altertums nachzuweisen. Fünfzehn renommierte AutorInnen aus Deutschland, Großbritannien und Österreich, alle ExpertInnen in verschiedenen Fachgebieten und Epochen des Altertums, nämlich der Altorientalistik, des pharaonischen Ägypten, der Griechischen und Römischen Rechtsgeschichte, des archaischen und klassischen Griechenland, des Hellenismus, der altitalischen Geschichte, der Römischen Republik, der frühen und hohen römischen Kaiserzeit und der Spätantike, präsentieren ihre Beiträge in diesem Band. Sie behandeln das Thema jeweils aus der eigenen Perspektive — entweder in Form von Spezialuntersuchungen zu exemplarischen Fällen oder aber in breit angelegten Übersichtsreferaten. Von besonderer Bedeutung ist dabei, dass alle Kategorien von Schriftquellen, also die literarische Überlieferung, juristisches Schrifttum, Inschriften und Papyri, in die Analyse eingeflossen sind. Hierdurch wurden erstmals in der Forschungsgeschichte die Voraussetzungen geschaffen, eine Gesamtschau über Fragen der Amnestie und des Straferlasses vom Alten Orient bis in die Spätantike zu bieten und rote Fäden durch die Jahrhunderte zu ziehen. Auf diese Weise wurde auch eine neue Grundlage für eine Typologisierung von Amnestien gelegt.

Inhaltsverzeichnis:

Angelos Chaniotis (Princeton, NJ), Normen stärker als Emotionen? Der kulturhistorische Kontext der griechischen Amnestie (Festvortrag)
Gerhard Ries (München), Der Erlass von Schulden im Alten Orient als obrigkeitliche Massnahme zur Wirtschafts- und Sozialpolitik
Csaba A. La'da (Canterbury), Amnesty in Pharaonic Egypt
Martin Dreher (Magdeburg), Die Herausbildung eines politischen Instruments: Die Amnestie bis zum Ende der klassischen Zeit
Philipp Scheibelreiter (Wien), Atheniensium vetus exemplum: Zum Paradigma einer antiken Amnestie
Lene Rubinstein (London), Forgive and Forget? Amnesty in the Hellenistic Period
Csaba A. La'da (Canterbury), Amnesty in Hellenistic Egypt. A Survey of the Sources
Loredana Cappelletti (Wien), Bürgerrechtsverleihung als beneficium für rebellierende Bundesgenossen? Die Rolle der lex Iulia im bellum sociale
Herbert Heftner (Wien), Bemerkungen zu den ‚Amnestie‘- und ‚Restitutions‘-Bestrebungen der nachsullanischen Ära
Christian Ronning (München), Amnestie und Verbannung in der frühen Kaiserzeit
Karl Strobel (Klagenfurt), Herrscherwechsel, Politische Verfolgung, Bürgerkriege in der römischen Kaiserzeit: Zwischen Rekonziliation, Amnestie und Säuberung
Richard Gamauf (Wien), Zu den Rechtsfolgen der abolitio im klassischen römischen Recht
Andrea Jördens (Heidelberg), Amnestien im römischen Ägypten
Hartmut Leppin (Frankfurt), Überlegungen zum Umgang mit Anhängern von Bürgerkriegsgegnern in der Spätantike
Fritz Mitthof (Wien), Spätantike Osterindulgenzen


Herausgeber Band 1:
Beide Herausgeber sind Althistoriker, die sich in ihrer Forschung stark auf direkt überlieferte Schriftquellen des Altertums dokumentarischer Natur (Inschriften und Papyri) stützen, woraus sich ein enger Bezug zur Antiken Rechtsgeschichte mit besonderer Betonung der Rechtspraxis ergibt.

Kaja Harter-Uibopuu (ÖAW, Wien) befasst sich mit der Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte der griechischen Polis des Mutterlandes und Kleinasiens von der Archaik bis in die Kaiserzeit.

Fritz Mitthof (Univ. Wien) erforscht die Geschichte des römischen Prinzipats und der Spätantike in politischer, sozio-ökonomischer, kultureller und rechtlicher Perspektive.

 

Source : Verlag Holzhausen

 

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