C. Lang, "Alles fließt". Ovids Metamorphosen ausgewählt und nacherzählt

Envoyer Imprimer

ovids_metamorphosen.jpg

Christina Lang (éd.), "Alles fließt". Ovids Metamorphosen ausgewählt und nacherzählt von Christina Lang, Heidelberg, 2013.

Éditeur : Verlag Antike
131 pages
ISBN : 978-3-938032-61-9
18,90

 

Als Kaiser Augustus mit der Beendigung der Bürgerkriege ein neues „Goldenes Zeitalter“ begründete, erlebte Rom eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte wie nie zuvor: Prunkvolle Tempel, Straßen und Aquädukte entstanden, Thermen und Theateranlagen boten den Menschen jede Menge Vergnügungen, und Kunst, Wissenschaft und Dichtung florierten.

Einer der berühmtesten Dichter war Publius Ovidius Naso. Er erfreute sich allgemeiner Beliebtheit, genoss beachtlichen Wohlstand und ging im Palast des Kaisers ein und aus. Doch dann traf ihn wie aus heiterem Himmel ein schwerer Schicksalsschlag: Augustus schickte ihn in die Verbannung. Nahm der Kaiser an seiner Dichtung Anstoß? Oder war Ovid in irgendeinen Skandal verwickelt? Vielleicht gar Mitwisser einer Verschwörung? Wir wissen es nicht. Fest steht nur, dass Ovid die letzten Jahre seines Lebens, fern von seiner geliebten Heimat, in Tomi am Schwarzen Meer verbringen musste. Dort starb er einsam und verbittert im Jahre 18 n. Chr. Die Metamorphosen (Verwandlungssagen) sind sein Hauptwerk. Es sind Geschichten, mit denen die Griechen und Römer ihre Welt erklären wollten, zum Beispiel: Wie ist die Spinne entstanden? Wie die Zikade oder die Narzisse? Warum haben manche Menschen eine dunkle Hautfarbe? Warum hat der Rabe schwarze Federn?

Aber für Ovid sind diese Geschichten noch mehr. Sie sind für ihn Ausdruck einer philosophischen Weltanschauung: Nichts auf der Welt hat Bestand. „Cuncta fluunt“ – alles fließt. Alles wandelt sich, alles verändert sich, nichts bleibt, wie es ist. Auch solche Stoffe, die auf den ersten Blick bewegungslos erscheinen, verändern sich bei genauerem Hinsehen: Eine eiserne Glocke rostet, ein harter Fels unterliegt der Korrosion … Alles fließt, alles geht vorbei. Die Zeiten ändern sich und wir verändern uns in ihnen. (Wie bitter hat Ovid das am eigenen Leib erfahren müssen!)

Und doch geht nichts spurlos verloren. Die Schönheit Daphnes bleibt auch im Baum noch erhalten, das Lärmen der lykischen Bauern wird von den Fröschen fortgesetzt und das Gold des Midas kann noch heute im Fluss Pactolus gefunden werden. So werden auch wir, so sehr wir dem Wandel und Vergehen unterworfen sind, in irgendeiner Form weiterbestehen. Denn alles, was wir sind, alles was wir tun, sagen und denken, hinterlässt Spuren …


Christina Lang hat in vielen Jahren ihrer Unterrichtstätigkeit am Akademischen Gymnasium Wien die Verwandlungssagen Ovids stets aufs Neue für ihre Schüler nacherzählt - teils eng an der Vorlage, teils indem sie Szenen, die Ovid nur in geraffter Form behandelt, frei ausschmückt. Jetzt hat sie diese Nacherzählungen, thematisch angeordnet und mit kurzen Einleitungen versehen, als Buch vorgelegt.

Mit leichter Hand geschrieben und stets dem Leser zugewandt, soll das kleine Bändchen auch lateinunkundigen Menschen die Geschichten Ovids vermitteln, die, ob heiter oder dramatisch, geprägt sind von tiefem Respekt vor den Göttern und dem Bewußtsein der eigenen Schwäche und der Abhängigkeit von höheren Mächten.

 

 

Source : www.verlag-antike.de

 

Inscription à la lettre d'informations



Recevoir du HTML ?

Identification