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Evénement 

Titre:
Vergeben und Vergessen ? Amnestie in der Antike
Quand:
27.10.2008 - 28.10.2008 09.00 h
Où:
Universität Wien - Vienne
Catégorie:
Colloques, journées d'études

Description

1. WIENER KOLLOQUIUM ZUR ANTIKEN RECHTSGESCHICHTE


Vergeben und Vergessen ? Amnestie in der Antike


27-28 octobre 2008

Organisé par  la Kommission für Antike Rechtsgeschichte  et l'Institut für Alte Geschichte und Altertumskunde, Epigraphik und Papyrologie

Amnestien als staatlich angeordnete Akte des „Vergebens und Vergessens“ werden heute in verschiedenen Bereichen eingesetzt. Ob nun jeweils sicherheits-, innen- oder finanzpolitische Motive zugrundeliegen, stets stehen Straffreiheit und Straferlaß im Spannungsfeld von zwingender Verantwortung des Einzelnen als Grundlage unseres Rechtssystems und der Forderung nach ausgleichender Gerechtigkeit und sozialem Frieden. Diesem Thema widmet sich das „1. Wiener Kolloquium zur Antiken Rechtsgeschichte“ am 27. und 28. Oktober 2008. Veranstalter sind die Kommission für Antike Rechtsgeschichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und das Institut für Alte Geschichte und Altertumskunde, Papyrologie und Epigraphik der Universität Wien.
Unter Amnestie versteht das moderne Recht den Verzicht des Staates auf Strafverfolgung oder Strafvollstreckung gegenüber einer Anzahl nicht individuell bestimmter Personen aus Gründen der Zweckmäßigkeit. Im Gegensatz zu Begnadigung und Abolition, die den Strafverzicht oder aber die Niederschlagung eines schwebenden Verfahrens gegenüber Einzelpersonen bewirken, ist die Amnestie ein wichtiges politisches Instrument, das besonders in Krisenzeiten eine Stabilisierung der staatlichen und sozio-ökonomischen Ordnung und eine Normalisierung des öffentlichen Lebens ermöglichen soll.
Das Rechtsinstitut steht nicht nur begrifflich, sondern auch sachlich in antiker Tradition. Vergleichbare Maßnahmen sind aus allen Epochen des Altertums nachzuweisen, wenn auch unter verschiedenen Begriffen, so etwa adeia und amnestia im griechischen und abolitio , venia oder indulgentia im römischen Recht.
Bislang liegen von althistorischer Seite lediglich Einzelstudien zu bestimmten Amnestien vor, auch von rechtshistorischer Seite sind synthetische Arbeiten rar. Eine epochenübergreifende Zusammenschau der verschiedenen antiken Erscheinungsformen des Rechtsinstituts ist noch nicht unternommen worden. Leitfragen für eine systematische Betrachtung wären etwa: Wie ist der rechtliche Verfahrensgang? In welchen Situationen werden Amnestien verfügt? Welche staatlichen Organe sind daran beteiligt? Welche Personen(gruppen) setzen sich für den Strafverzicht ein und was sind ihre Motive? Welche Personen(gruppen) sind Nutznießer der Maßnahmen? War die Amnestie erfolgreich, hat sie also die mit ihr ursprünglich intendierten Ziele auch tatsächlich erreicht?
Die Beiträge werden — der Wiener rechtshistorischen Tradition folgend — nicht nur die griechische und römische Geschichte, sondern auch den Alten Orient und die Spätantike abdecken und damit einen Überblick über das gesamte Altertum ermöglichen. Besonders vielversprechend erscheint dabei die Zusammenarbeit von Althistorikern und Rechtshistorikern. Literarische, epigraphische und papyrologische Quellen sollen die Basis der einzelnen Referate bilden, für die ein zeitlicher Rahmen von 40 Minuten vorgesehen ist, um auch der notwendigen Diskussion genug Raum lassen zu können. Die Publikation der einzelnen Beiträge ist in der neuen Reihe „Wiener Kolloquien zur Antiken Rechtsgeschichte“ im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissen-schaften vorgesehen und soll schnellstmöglich erfolgen.


Programme provisoire :


Lundi 27 Octobre 2008

09:00 Einführung Kaja Harter-Uibopuu (Wien)
09:30 Alter Orient Gerhard Ries (München)
10:30 Frühes Griechenland Martin Dreher (Magdeburg)
11:30 Athen Philipp Scheibelreiter (Wien)
14:00 Hellenismus I: Poliswelt Lene Rubinstein (London)
15:00 Hellenismus II: Ptolemäer Csaba Lada (Canterbury)
16:00 Kleinasien unter römischer Herrschaft Kaja Harter-Uibopuu (Wien)
17:00 Römische Republik Loredana Cappelletti (Wien)
18:00 Schlussdiskussion

Mardi 28 octobre 2008

09:00 Römisches Recht Richard Gamauf (Wien)
10:00 Politische Umstürze (Republik) Herbert Heftner (Wien)
11:00 Verbannung im Prinzipat Christian Ronning (München)
12:00 Herrscherwechsel (Prinzipat)
15:00 Römisches Ägypten Andrea Jördens (Heidelberg)
16:00 Spätantike Hartmut Leppin (Frankfurt)
17:00 Spätantike Fritz Mitthof (Wien)
18:00 Schlussdiskussion
 
Renseignements complémentaires sur le site du colloque .

Lieu

Carte
Localisation:
Universität Wien   -   Site internet
Route/rue:
Dr.-Karl-Lueger-Ring 1
Code postal:
1010
Localité/ville:
Vienne
Pays:
Pays: at

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